
Champagner und ein toter Hase
Was als unbeschwerter Ausflug seinen Anfang nimmt, wandelt sich von Stunde zu Stunde in einen Albtraum und findet sein Ende in einer blutigen Tat.
Am Ufer eines Flusses treffen im Sommer auf einem Campingplatz im Jura eine junge Familie, ein nicht sehr glückliches Paar und drei junge Männer aufeinander. Corona hat allen einen Strich durch die Ferien am Meer gemacht und Sorgen um Arbeitsstelle, Familienzuwachs, Geld und schwierige Beziehungen nagen an ihnen. Die Männer ertränken Ängste und wachsende Langeweile im Alkohol, die Frustrationsschwelle sinkt, Unzufriedenheit und Ärger brauchen ein Ventil.
Da fahren Helen und Sam gerade zur rechten Zeit vor! Das ältere Paar gerät rasch ins Visier der Männer und alles, was es tut, wird als Provokation aufgefasst. Die Alten wählen einen abgelegenen Stellplatz am äussersten Rand der Wiese. Lässt nicht bereits dies auf eine überhebliche Gesinnung schliessen? Statt Bier trinken sie Champagner - und zwar täglich. Sam ist viel zu hilfsbereit, zu freizügig mit guten Ratschlägen, und er ist Ausländer. Helen zeigt sich zurückhaltender, aber wer spaziert auf einer Wiese am Ende der Welt mit ausgefallenen Hüten herum und lässt sich hofieren, als wäre sie eine Königin? Die Animosität dem alten Paar gegenüber entwickelt eine nicht mehr aufzuhaltende Eigendynamik.
Anne F.
Empfehlenswert!
Aus der Idylle wurde ein Ort der Gewalt, nur weil sich Menschen langweilten und ihren Frust loswerden mussten. Corona hat vieles offen- und blossgelegt. Menschlichkeit geht schnell verloren, das Tier im Mensch kommt zum Vorschein.
Ich mochte, wie die Charaktere ausgearbeitet sind und man immer mehr hinter die Fassade der Menschen sieht.
Frauke M.
Was für ein wunderbares Paar Sam und Helen doch sind! Was ihnen widerfahren ist, haben sie bei Gott nicht verdient. Gut und spannend erzählt, manchmal etwas gruselig. Aber es zeigt auch, wie unsere Gesellschaft ist und wie schnell oft ge- und verurteilt wird.
Sandro B.
Als leidenschaftlicher Camper hat mich das Thema natürlich angesprochen und ich kenne den Platz, wo die Handlung spielt. Spannend! Ich habe viele der Figuren ins Herz geschlossen und mitgelitten. Gefallen haben mir auch die verschiedenen Erzählperspektiven. Trotz aller Schrecken campe ich immer noch gern!